
Funky ME – Funk & Variations
Mit Funk & Variations präsentiert Funky ME alias Michael Ende sein erstes Soloalbum – ein klares Statement für den E-Bass als Hauptstimme und eine künstlerische Neuausrichtung. Nach fast zwei Jahrzehnten als Bassist der Gothic-Rock-Band Letzte Instanz und Engagements für Acts wie die Nürnberger Symphoniker, Leo Sayer oder Orange Blue verlässt der studierte Jazzbassist die klassische Sideman-Rolle und erschafft eine eigene Klangwelt: basszentriert, groovig, stilistisch offen.
Der Albumtitel spielt doppelt: Zum einen auf das klassische Kompositionsprinzip „Theme & Variations“ – jedes Stück entwickelt eine zentrale musikalische Idee in unterschiedlichen Facetten. Zum anderen verweist „Funk“ auf den roten Faden: das charakteristisch funky-groovende Bassspiel, das alle Tracks trägt, ohne dass es sich um klassischen Funk handelt. Aus dem Zusammenspiel eines durchgehend funkigen Bassfundaments und einer offenen Klangsprache – von House über Rock bis zu elektronischen Experimenten – entsteht eine eigenständige Mixtur.
Ein besonderes Markenzeichen: Wo immer möglich ersetzt der Bass Gitarren- oder Synthesizerparts. Ende verfremdet seine Bassspuren mit Effekten von Delay bis Bitcrusher und nutzt moderne Spieltechniken – Slap, Flageoletts, Akkordspiel, Tapping – um ein breites Klangspektrum zu erzeugen. Dazu kommen Spezialinstrumente wie Fretless, Piccolobass und 8-String-Bass.
Der Titeltrack macht das exemplarisch vor: Ein solider House-Groove eröffnet, getragen von einem minimalistisch-funkigen Bass-Thema. Es folgen eine jazzige Kadenz, verzerrte Bassriffs und ein aggressiver Lead-Synth – ohne dass der rote Faden abreißt.
Das Album kombiniert House-Einflüsse mit Ausflügen in Rock, Drum’n’Bass (Escape), World Music (Inner Treasure) und Stücken, die zwischen introvertiert-emotionalen Momenten und tanzbaren Grooves pendeln (Clearing the Sky, Prisma). Viele Beats enthalten organische Fieldrecordings – mal subtil, mal plakativ – die Stücken wie Inner Treasureoder Clearing the Sky zusätzliche Tiefe verleihen. Für Monkey Mind hat Ende auf zehn verschiedenen Bässen kurze Phrasen aufgenommen und daraus ein Thema collagiert. Für Michael Ende ist keine Idee zu verrückt, um sie nicht auszuprobieren – ein klarer Gegensatz zum Industrie-Pop, der stets eine konkrete Zielgruppe bedient.
Komposition, Aufnahme und Produktion stammen fast vollständig von Michael Ende. Die Tracks 1–6 mixte der US-Engineer Sjeng Shelvis. Gäste sind Chris Adam (Gitarre auf Step Up), Lara Sterzinger und Elias Kacki (Vocals auf Prana Jama) sowie Louis Alvez und Facundo Borgia (Bläser auf Step Up und Clearing the Sky).
Hinter dem Namen Funky ME (Funky Michael Ende) steckt mehr als ein Wortspiel: „Funky“ steht für den Anspruch, dass seine Musik immer eine Prise Funk trägt, egal in welchem Stil. „ME“ sind zugleich seine Initialen. Zusammen ergibt sich ein künstlerisches Alter Ego – zwischen funkverliebtem Performer und nachdenklichem Komponisten –, das auf Funk & Variations endlich freigelassen wird. Nach Jahrzehnten in der zweiten Reihe rückt der Bassist sich selbst ins Zentrum – klanglich wie künstlerisch. Statt Genregrenzen zu bedienen, erforscht das Album den Bass als erzählende Stimme eines eigenen künstlerischen Selbstverständnisses.
Für wen?
Für Bassist:innen und Klangästhet:innen mit Faible für elektronische Beats und Groove. Für Hörer:innen, die Tiefe und Emotion suchen – irgendwo zwischen der Sinnlichkeit von Massive Attack, dem Drive von Daft Punk und der Virtuosität eines Marcus Miller. Ein Album für alle, die den Bass nicht als Begleiter, sondern als Erzähler erleben wollen.
Zusammenfassung
Mit Funk & Variations legt Michael Ende alias Funky ME ein facettenreiches, instrumental-elektronisches Soloalbum vor, das den E-Bass kompromisslos in den Mittelpunkt rückt. Nach Jahren als Sideman (u. a. Letzte Instanz, Nürnberger Symphoniker, Leo Sayer) tritt der studierte Jazzbassist nun selbst ins Rampenlicht – mit groovigen Tracks zwischen Funk, House und introspektiver Klangkunst. Ohne jazzige Frickelei, aber voller musikalischer Tiefe richtet sich das Album an Bass-Liebhaber:innen und Soundästheten gleichermaßen – irgendwo zwischen Marcus Miller, Massive Attack und Daft Punk. Ein spannender Perspektivwechsel: vom Bassisten im Hintergrund zum Erzähler einer sehr persönlichen Klangreise.
Dieser Text darf gerne für Blogbeiträge, Reviews und weitere Pressearbeit verwendet werden.
